Personen v.l.n.r.: Johanna Klocke (Wasserwirtschaftsamt Kronach), Christian Sponsel (Geschäftsführer der Stadtwerke Forchheim), Graf Benedikt von Bentzel (Erster Bürgermeister der Gemeinde Heroldsbach), Dominik Bigge (Klimaschutzmanager des Landratsamt Forchheims), Michael Engelhardt (Bauamtsleiter der Gemeinde Heroldsbach)
Trinkwasser gemeinsam denken: Landkreisweites Strukturkonzept im Landkreis Forchheim auf der Zielgeraden
Pionierprojekt stärkt Versorgungssicherheit – und gibt ein gutes Gefühl für die Zukunft unseres wichtigsten Lebensmittels
Die Trinkwasserversorger des Landkreises Forchheim stehen kurz vor einem Meilenstein in der regionalen Wasserpolitik: Als erster Landkreis in Bayern erarbeitet er ein flächendeckendes Trinkwasserstrukturkonzept. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit angesichts Klimawandel, wachsendem Bedarf und steigenden Anforderungen strategisch neu auszurichten.
Das landkreisweite Strukturkonzept liefert eine umfassende Analyse: Wie hoch ist der aktuelle Wasserbedarf von Bevölkerung, Gewerbe und Industrie? Wie entwickeln sich diese Faktoren künftig? Wo gibt es Sanierungsbedarf im Rohrnetz? Wie steht es um Wasserverluste, Qualität und Infrastruktur?
„Mit dem landkreisweiten Trinkwasserstrukturkonzept schaffen wir erstmals eine fundierte Gesamtübersicht über die aktuelle Versorgungssituation und die Herausforderungen der Zukunft. Das ist ein entscheidender Schritt, um unsere Wasserversorgung langfristig klimaresilient, nachhaltig und sicher aufzustellen“, erklärt Dominik Bigge vom Landratsamt Forchheim, Projektträger und Klimaschutzmanager.
Kooperation statt Insellösungen
Die Wasserversorgung im Landkreis ist historisch gewachsen – mit unterschiedlichen Gewinnungsarten, technischen Standards und Versorgungsstrukturen. Das neue Konzept soll aufzeigen, wo Modernisierungsbedarf besteht und wo durch Verbünde zwischen Gemeinden Synergien entstehen können. Denkbar sind gemeinsame Brunnenlösungen oder Verbindungsleitungen zur gegenseitigen Absicherung bei Störungen oder Extremwetterlagen. Damit reagiert der Landkreis auch auf zunehmende klimatische Herausforderungen wie längere Trockenperioden oder Starkregenereignisse.
„Unser Ziel ist es, die Eigenständigkeit der regionalen Wasserversorgung zu sichern. Wir wollen auch in Zukunft wissen, wo unser Wasser herkommt – aus unseren eigenen Quellen und Brunnen. Verbünde und Kooperationen zwischen Gemeinden können dabei helfen, die Versorgung langfristig ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll zu stärken“, betont Christian Sponsel von den Stadtwerken Forchheim, die das Projekt technisch begleiten.
Im Rahmen der Untersuchung werden daher auch mögliche Verbundlösungen geprüft – etwa durch Verbindungsleitungen zwischen Gemeinden. Ziel ist es, Redundanzen aufzubauen und die Versorgung auch in außergewöhnlichen Situationen, beispielsweise bei technischen Störungen oder längerfristigen Stromausfällen, zuverlässig sicherzustellen.
Das Projekt läuft seit Oktober 2024 und soll bis Mitte 2026 abgeschlossen sein.
Heroldsbach übernimmt Verantwortung als Leitkommune
Die organisatorische Federführung übernimmt dabei der Zweckverband zur Wasserversorgung der Heroldsbacher Gruppe als Leitkommune. Die Gemeinde Heroldsbach koordiniert zentrale Abläufe des Projekts und trägt maßgeblich zum Fortschritt des landkreisweiten Vorhabens bei.
„Als Leitkommune übernehmen wir gerne Verantwortung für die Organisation dieses Projekts. Die enge Zusammenarbeit zeigt, wie viel wir gemeinsam erreichen können – für die Sicherheit der Wasserversorgung und für die Menschen in unserer Region“, sagt Michael Engelhardt von der Gemeinde Heroldsbach.
Der besondere Einsatz und die koordinierende Rolle Heroldsbachs gelten als wesentliche Grundlage für den Erfolg des Projekts und verdienen ausdrücklichen Dank.
Die Projektleitung und -koordination liegt beim Landkreis Forchheim. Als Leitkommune übernimmt der Zweckverband zur Wasserversorgung der Heroldsbacher Gruppe wichtige organisatorische Aufgaben. Die Stadtwerke Forchheim begleiten das Vorhaben als technischer Berater. Im Vorfeld wurden intensive Gespräche in Gemeinderäten geführt, um Erwartungen, Bedarfe und Ziele zu klären – eine wichtige Grundlage für die breite Unterstützung dieses Gemeinschaftsprojekts.
Fundierte Grundlage für kluge Entscheidungen
Für die teilnehmenden Gemeinden und Wasserversorger bietet das Projekt gleich mehrere Vorteile. Viele erhalten erstmals ein strukturiertes Konzept für ihr eigenes Versorgungsgebiet – und gleichzeitig wertvolle Einblicke in die Situation im gesamten Landkreis. Die Kosten bleiben dabei überschaubar: Bei Gesamtkosten von rund 150.000 Euro unterstützt das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz das Projekt mit etwa 88.000 Euro. Der Eigenanteil der Partner liegt bei rund 62.000 Euro, für viele im niedrigen vierstelligen Bereich.
„Das Konzept gibt den Kommunen eine belastbare Entscheidungsgrundlage. Es zeigt auf, wo Investitionen notwendig sind, wo Zusammenarbeit sinnvoll ist und wie die Versorgung auch bei steigenden Anforderungen langfristig gesichert werden kann“, erklärt Michael Richter vom Wasserwirtschaftsamt.
Die Ergebnisse des Konzepts werden allen Beteiligten zur Verfügung stehen. Jede Kommune und jeder Versorger kann daraus eigene Maßnahmen ableiten – im Idealfall entstehen daraus neue Verbünde und Kooperationen zum Nutzen aller Bürgerinnen und Bürger.
Am Ende steht ein klares Ziel: eine zukunftsfähige Trinkwasserversorgung im Landkreis Forchheim, die auch für kommende Generationen eine eigenständige, sichere und hochwertige Versorgung gewährleistet. Gerade am Tag des Wassers wird deutlich, wie wertvoll dieses Engagement ist – denn unser Trinkwasser ist und bleibt die Grundlage unseres täglichen Lebens.
Über den Deutschen Tag des Wassers 2026
Der Deutsche Tag des Wassers wird am 22. März begangen und rückt die Bedeutung der Ressource Wasser für Mensch, Umwelt und Wirtschaft in den Mittelpunkt. Im Jahr 2026 steht insbesondere das Thema „Wasser und Klimaanpassung“ im Fokus. In Bayern richtet sich der Blick dabei verstärkt auf den nachhaltigen Schutz regionaler Wasserressourcen, den Umgang mit zunehmenden Trockenperioden und Starkregenereignissen sowie auf zukunftsfähige Strategien für Trinkwasserversorgung und Gewässerschutz. Mit Veranstaltungen, Informationsangeboten und regionalen Initiativen trägt der Aktionstag dazu bei, das Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser zu stärken und die Zusammenarbeit von Kommunen, Fachbehörden, Wirtschaft und Bevölkerung im Freistaat zu fördern.
Personen auf dem Bild von links nach rechts:
- Johanna Klocke (Wasserwirtschaftsamt Kronach)
- Christian Sponsel (Geschäftsführer der Stadtwerke Forchheim)
- Graf Benedikt von Bentzel (Erster Bürgermeister der Gemeinde Heroldsbach)
- Dominik Bigge (Klimaschutzmanager des Landratsamt Forchheims, Energie und Klima)
- Michael Engelhardt (Bauamtsleiter der Gemeinde Heroldsbach)